Montag, 28. Februar 2011

Reisemarkt A10-Center

So sah mein zusammengewürfelter Messestand letzten Freitag und Samstag auf dem Reisemarkt A10-Center Wildau aus. Ich hatte Rohwolle und auch fertige Produkte mit. Garne und Bilder ergänzten das Angebot, ebenso wie meine Fotomappe und die üblichen Informationen. Im Hintergrund sieht man auch einen kleinen Sattel, damit ich anschaulich erklären konnte, warum Lamas Lasten-, aber keine Reittiere sind.
Wer mich ab und zu auf Märkten sieht, weiß ja, daß ich die Pokale vom letzten Jahr oft als Papierbeschwerer nutze, damit meine Informationen nicht wegfliegen. Das war zwar hier nicht nötig, aber sie befanden sich sowieso in der Kiste. Es war erstaunlich, wieviele Kinder meine gewonnenen Preise kaufen wollten. :-)
Die Musik hatte ich diesmal sehr dezent im Hintergrund, weil sich neben mir ein Stand mit ganz wundervollen Massagesesseln befand, wo ich die Tiefenentspannung der ausprobierenden Leute nicht stören wollte. Mein Dank gilt diesen Nachbarn ganz besonders, da auch sie mir die Möglichkeit anboten, mich einmal mit einer Shiatsu-Massage auf dem brainlight-Sessel durchkneten zu lassen und meine durch das lange Herumstehen schmerzenden Muskeln zu entspannen. Sie haben einen Laden in Eberswalde - ein Besuch lohnt sich bestimmt: www.bodydesign-eberswalde.de. Auf der anderen Seite war ein Stand aus dem Elbsandsteingebirge und gegenüber ebenfalls sehr nette Leute. Ich hatte ein kleines 15-minütiges Video für den Bühnenbildschirm abgeliefert, welche auf dem Bildschirm sogar ganz gut aussah.
Mengenmäßig fand ich die Anzahl der Leute eher gering - irgendwie habe ich das Gefühl, bei meinen eigenen Wochenendeinkäufen in diesem Center würden sich immer mehr Leute dort befinden. Das schöne Wetter hat sicher viele vom Kommen abgehalten. Kann ich gut nachvollziehen. Die Lamawanderung am Sonntag hat davon auch noch profitiert.

Donnerstag, 24. Februar 2011

Training: Show vs. Trekking Teil 2a

Kommen wir heute zur extrem nützlichen und einer der einfachsten Trainingslektionen: Slalom.
In einer Show wird der Slalom üblicherweise von Pylonen dargestellt. Man sollte nach Möglichkeit genau in der Mitte zwischen diesen in einem schönen ausführlichen Kreis gehen.
In der Praxis ist es völlig egal, ob Sie in der Mitte zwischen den Bäumen laufen oder nicht. Das Tier sollte zwei Sachen können: genau hinter Ihnen tatsächlich den Weg nehmen, den Sie auch gelaufen sind. Ansonsten sind Sie links um den Baum herumgegangen, das Lama rechts. Beim Training ist es nun völlig falsch, als Mensch zurückzugehen und die Leine auf die andere Seite zu nehmen. Stattdessen sollte man das Tier zum Zurückgehen bringen, damit es lernt, auch wirklich auf der Seite der Bäume zu laufen, um die es auch geführt wurde. Die Lektion braucht nur wenige Male, dann hat das Tier diese gelernt. Sollte es doch einmal passieren, daß Unaufmerksamkeit einen Baum zwischen Sie und das Tier gebracht hat, dann machen Sie einfach folgendes: Vorsichtig ein ganz klein wenig an der Leine ziehen, damit das Tier Bescheid weiß und dann lockerlassen und Zeit geben, damit es auch wirklich ohne Probleme den Kopf auf die richtige Seite nehmen kann.
Beim Trekking ist zusätzlich wichtig, daß das Tier um Hindernisse gehen kann, ohne ständig mit den Packtaschen hängenzubleiben. Dies muß ein wenig geübt werden. Aber auch Mit-Packtaschen-um-die-Kurven-gehen lernen Lamas schnell und manövrieren sich und das Gepäck dann sicher auch im dichten Wald umher.
Fazit: nützlich und auch durchaus mal zwischendurch beim Spazierengehen anwenden. Die Aufmerksamkeit der Tiere wird dadurch kurzzeitig wieder erhöht und auf den Führer gerichtet.
Hier ein kleines Video, welches bei einem Kindergeburtstag kürzlich aufgenommen wurde. Die Kinder haben damit einen Teil des Praxistests für den Lamaführerschein bzw. Alpakaführerschein bestanden.

Sonntag, 20. Februar 2011

Wollige Fotos

Noch kurz ein paar Bilder zum Eintrag von gestern und hier finden Sie weitere Informationen:
Das ist ein zusammengewickeltes Knäuel von insgesamt 500 g brauner Alpakawolle. Es handelt sich dabei um "zusammengeschnürte Bündel" je 100 g. Das 2€-Stück dient lediglich der Veranschaulichung der Größe. Ist eine ganze Menge - man kann sicherlich 5 Paar Socken daraus stricken zum Beispiel. Man kann die Knäuel zu 100g natürlich auch einzeln kaufen. Das Farbspektrum reicht von braun zu braun ins leicht Gräuliche gehend.

Schönes braunes Alpakagarn in handliche 100g-Knäuel verpackt stehen für Sie hier bereit. Auf dem Bild können Sie auch die Gleichmäßigkeit der versponnenen Wolle sehen.

Ebenfalls wundervoll gleichmäßig und in Top-Qualität haben wir dieses superweiche und flauschige Garn in naturweiß und tiefschwarz abzugeben. Mal sehen, wie lange es reicht. Jedes Knäuel wiegt 50g.

Dies sind Kaminsocken. 100% deutsche Handarbeit - vom Verspinnen zum Stricken und der Wahl des Farbdesigns. Die Socken gibt es auf Wunsch in verschiedener Wollqualität (Lama, Alpaka, Suri), verschiedenen Größen und auch Ihre persönlichen Farben und Muster. Also wirklich speziell für Sie angefertigte Unikate. Überlegen Sie sich doch einfach, was Ihnen am besten gefällt und sagen Sie uns Bescheid.
Der Shop auf der Homepage befindet sich hier.

Freitag, 18. Februar 2011

Alpakagarn und -wolle abzugeben

Habe wieder Alpaka-Garn zu verkaufen. Vorhandene Farben: weiß und braun in 100g-Knäueln, mehr braun als weiß. Und ich habe auch noch ganz neu wieder insgesamt 3 kg braune Alpakawolle 1. Wahl zu verkaufen. Wenn Sie Interesse daran haben: einfach anrufen. Vorläufig erst einmal nur solange dieser Vorrat reicht oder wenn ich dann wieder erneut Meldung zum gelieferten Nachschub gebe, was aber durchaus bald sein kann. Ansonsten dauert es noch ein wenig bis zur Schursaison.
Werde Fotos bei Tageslicht machen und dann hier für Sie einstellen.
Zur Information: die Wolle stammt von in Deutschland gehaltenen Alpakas. Es wird nur von Betrieben Wolle angeboten, die ihre Tiere artgerecht halten und versorgen. Die Tiere sind alle registriert.

In Bezug auf Rohwolle: Nachschub ist da, aber bitte vorher anfragen. Wir haben verschiedene Qualitäten und Farben - sowohl Lama als auch Alpaka.
Für das Verspinnen eignet sich erste Wahl. Für Filzen - erste und zweite Wahl. Für die Selbstherstellung von Decken, Kissen, usw. ist zweite und dritte Wahl vollkommen ausreichend. Wollen Sie Leinen und Stricke herstellen, empfehle ich die Grannenhaare von Lamas (vornehmlich von Classic-Lamas). Haben Sie Kunstprojekte vor, dann kontaktieren Sie uns doch einfach: wir haben unterschiedliche Farben und Qualitäten auch in Kleinstmengen abzugeben - Sie können sich gern etwas selbst nach Ihren Wünschen und Bedürfnissen zusammenstellen.
Wenn Sie Ihre Wolle kardiert haben möchten, geben Sie bitte Bescheid. Ansonsten eignet sich sowohl Lama als auch Alpakawolle fabelhaft, direkt aus der Rohwolle zu verspinnen. Beim Naßfilzen würde ich an Ihrer Stelle allerdings aufgrund der Einfachheit der Lagentechnik vorher lieber kardieren.

Mittwoch, 16. Februar 2011

Training: Show vs. Trekking Teil 2

Sowohl beim Trekking in der freien Natur als auch bei den entsprechenden Sportklassen einer Show muß das Tier bestimmte Hindernisse bewältigen. Hier mal eine Übersicht. Ich werde zu jedem Punkt noch kurz etwas in einem entsprechenden Eintrag schreiben.
Was gesprochene Kommandos angeht: ich habe jahrelang nie Kommandos gegeben, da meine Körpersprache ausreichte. Als ich wieder anfing, Showtraining durchzuführen, stellte ich fest, daß nach den Regeln tatsächlich Kommandos gegeben werden müssen. Also trainierte ich mich selbst, um im passenden Moment auch das Richtige zu sagen. War am Anfang für die Tiere komplett bedeutungslos - ich hätte ihnen auch Planetennamen aufsagen können; ich gebe aber zu, daß es bei einigen Lektionen durchaus sinnvoll ist, verbale Kommandos zu geben und möchte dies in Zukunft dem jeweiligen Trainer auch für Trekkingzwecke anraten. Bitte variieren Sie die Kommandos nicht und seien Sie klar und deutlich. Auch ähnliche Worte für unterschiedliche Wirkungen sollten vermieden werden. Bei mir sind die Kommandos meist in englisch, damit die Tiere durch Gäste nicht irritiert werden. Ich benutze für ein Lektion jeweils ein bestimmtes Wort bei allen Tieren, um Verwechslungen zu vermeiden.

Was muß/sollte das Tier können (die Liste orientiert sich hauptsächlich nach Showhindernissen):
  1. über Baumstämme bzw. Latten gehen und springen - je nach Kommando
  2. unter Latten bzw. Hindernisse unten durchgehen, Tunnel
  3. über sternförmig hingeworfene Latten steigen. In der Show stellt man damit kreuz und quer über- und durcheinanderliegende Äste und Baumstämme dar. Nehme ich zumindest an.
  4. Slalom
  5. drehen
  6. rückwärts gehen
  7. seitwärts gehen
  8. über bzw. durch Wasser gehen
  9. über Brücken gehen
  10. kleine "Hügel" bewältigen
  11. Rennen zwischen Anfangs- und Endpunkt
  12. Wippe
Sollte mir noch etwas zu dieser Liste einfallen, werde ich sie entsprechend ergänzen.
Teil 1 "Wo soll das Tier wie laufen" finden Sie hier beim Anklicken des Links.

Sonntag, 6. Februar 2011

Nächste Termine

Nächste Termine für Glühweinwanderungen (für Beschreibung bitte hier klicken):
Sonntag, 6.2., 13 Uhr (ausgebucht)
Sonntag, 20.2., 13 Uhr
(ausgebucht)
Sonntag, 27.2., 13 Uhr
Sonntag, 6.3., 13 Uhr
Samstag, 19.3., 13 Uhr
(Letzte Glühweinwanderung bis zur nächsten Adventszeit, es sei denn, es schneit dann noch)

Samstag, 5. Februar 2011

PLTA

PLTA - Pack Llama Trial Association

Dedicated to Preserving & Promoting the Pack Llama
Weil ich gefragt wurde: die PLTA ist eine nordamerikanische Organisation, deren Ziel die Bildung der Bevölkerung und Promotion von Lamas als gepäcktragendes Begleittier sind. Dabei liegt das Augenmerk auf der tatsächlichen praktischen Verwendung der Tiere ohne irgendwelche Tricks oder Showeinlagen - also tatsächlich so, wie es unterwegs realistisch geschieht.

...The principle purpose of the PLTA is to preserve and promote pack llamas by educating the public in the safe and humane use of llamas as packing companions. This is done by coming together in a social, non-competitive atmosphere and testing the pack llama against a written standard in a realistic packing environment.

...The PLTA's objective in promoting this concept is to discover and recognize llamas that can fulfill the llama packers' needs on the trail by performing in a manner consistent with the demands of actual packing conditions. The intent is not to confront the llama with unrealistic or trick problems, but rather to test the llama's natural ability and acquired training. PLTA tests utilize natural and man made obstacles in a manner found in normal packing conditions. While realistic packing conditions are subject to variations in different parts of the country, pack llamas are expected to possess a defined set of abilities which enable them to serve as useful packing companions.
[Quelle: http://packllama.ieasysite.com]

Zusätzlich haben sie eine Art Meilenzähler, den ich persönlich großartig finde. Allerdings bezweifle ich eine mögliche Anwendung in Europa. In den U.S.A. erfolgt alles auf Glaubensbasis und ehrenhafter Ehrlichkeit. Vielleicht bin ich jetzt unfair oder einfach zynisch, aber ich vermute, daß es hier zu einer Art Wettkampf kommen würde, bei der die Ehrlichkeit auf der Strecke bleiben würde (wobei ich unsere nordamerikanischen Freunde hier auch nicht besser stelle als uns in Europa). Man trägt die gelaufenen km nämlich selbst ein .......... Selbstverständlich hätte ein professioneller Trekking-/Wanderbetrieb dann natürlich mit wesentlich mehr km pro Tier aufzuwarten als reine Hobbyhalter, die nur ab und zu zum Spaß laufen. Aber wenn dann jemand unbedingt vorn liegen möchte ...... schon findet ein unlauterer Wettbewerb statt, der ein mögliches Testergebnis verfälscht.

Donnerstag, 3. Februar 2011

Zukunft der "Lamaindustrie"

Ein relativ langes Übersee-Gespräch mit anschließender weiterer Kommunikation mit noch anderen Leuten in Nordamerika strapazierte meine Telefonrechnung in der Rubrik Auslandsgebühren in den letzten Wochen. Aber es war sehr interessant. Abgesehen davon, mich mit alten Bekannten zu unterhalten, habe ich auch viele Neuigkeiten erfahren. Und der Austausch in Bezug Zuchterfahrung ist doch immer wieder lehrreich für beide.
Wohin geht der Trend gerade? In Deutschland leider aktuell zu kleinen wolligen Lamas. So, wie in den USA vor 20 Jahren. Eine abschätzige Bemerkung, die aber nicht von mir, sondern von einem Bekannten aus Süddeutschland stammt, bezeichnet solche Tiere als "Hinterhoflamas". Ganz so weit würde ich zwar nicht gehen, aber da ist wirklich etwas dran. Zurück zum Telefonat: mir wurde tatsächlich von einem bekannten Lamaexperten aus den Rockies (Rocky Mountains) mitgeteilt: "Ihr seid - vom Trend her gesehen - in Deutschland da, wo wir vor 20 Jahren waren." Hmpf - nicht sehr schmeichelhaft, aber bedauerlicherweise vollkommen wahr. Desweiteren wurde mir beschieden, daß man sich jetzt wieder auf den eigentlichen Nutzen der Tiere besinnt. Während der Stern der sogenannten Woolies in Nordamerika im Sinken begriffen ist (die genaue Übersetzung ist "rasender Absturz"), zahlt man für ausgebildete Packtiere - meist reine, mittelgroße bis große Classics - wieder mehr. Sie werden derzeitig immer teurer. Es zählen wieder Charakter, Körperbau, Training, Ausbildung und Arbeitswillen. Schönheitsideale wie Bananenohren oder Farbe sind zwar nett, aber rangieren ganz unten auf der Prioritätenliste. Classics werden unter anderem bevorzugt, weil sie aufgrund ihrer Vliesstruktur (double coat mit längeren Grannenhaaren und feinerer Unterwolle) witterungsfester sind und Regen, etc. unterwegs besser aushalten und überstehen. Sie sind einfacher zu halten und zu versorgen. Das Vlies kann unterwegs leichter gereinigt werden und sollte man doch mal einen Flußarm schwimmend überqueren müssen, trocknen sie schneller.
Ich habe daraufhin zur Überprüfung mal ein wenig gegoogelt und mehrere Anzeigen in diesem Stil gefunden: "WANTED: Classic packer stud, any age. Will trade male or female." [Quelle, 01/2011] -> Suche: Classic Packlama, männlich. Tausche gegen männlich oder weiblich." Leichtbewollte Packlamas rangieren also inzwischen auf gleicher ökonomischer Höhe wie weibliche Lamas. Teilweise sogar höher ....
Heißt das, ich muß mit meinen Tieren 20 Jahre warten, bis man ihren wahren Nutzwert erkennt? Oder besinnt sich der europäische Markt eher? Bleibt abzuwarten. Aber Tatsache ist: ein gut ausgebildetes, gesundes, robustes Lama mit Arbeitswillen und nettem Charakter ist meiner Ansicht nach jederzeit einem hübsch anzusehendem, aber faulem oder unkonditioniertem Wollknäul vorzuziehen (d.h. jetzt aber nicht, daß stark bewollte Lamas von Natur aus faul oder unkonditioniert sind!). Vor allem angesichts der Tatsache, daß leichtbewollte Lamas viel feineres und dichteres Untervlies als stark bewollte Lamas haben. Man hat bei den stark bewollten Tieren in Bezug auf Vlies/Wolle fast immer Qualität gegen Quantität eingetauscht. Außerdem: warum stark bewollte Lamas, wenn es doch Alpakas gibt???

Zusätzlich wurde ich zum Packfestival im September eingeladen. Aus privaten Gründen wird eine Teilnahme schwierig, aber versuchen werde ich es. Die Organisatoren werden die Veranstaltung danach einer entsprechenden Organisation (wahrscheinlich PLTA) übergeben und hoffen, daß dies jährlich wiederholt wird. Auf diesem 1. Festival treffen sich die ganzen bekannten Größen und Experten auf dem Gebiet: Hackbarth, Redwood, Anderson, ...... werden da sein. Es wird Kurse für Show-Richter geben, da die meisten - genau wie bei uns - keine oder wenig Erfahrung im Trekking mit Lamas haben. Sie werden dort lernen, worauf es bei der praktischen Verwendung der Tiere wirklich ankommt und was zählt, damit bei den Shows auch ein Bezug zu praktischer Relevanz möglich sein wird. Es wird Packkurse geben, Vorträge, Vorführungen, etc. Die alten Hasen wollen ihr Wissen weitergeben ....... Wer weiß, vielleicht fahre ich ja doch kurzfristig. Es wäre nett, ein paar alte Bekannte nach mehr als eineinhalb Jahrzehnten wiederzusehen. Ich hatte damals wirklich viel von ihnen gelernt.